Aus der Art, wie das Kind spielt, kann man erahnen, wie er als Erwachsener seine Lebensaufgabe ergreifen wird.
Rudolf Steiner

Mittelstufenprofil

Die Klassen 7, 8 und 9


Der junge Mensch tritt in die Pubertät. Die geistig-seelischen Kräfte beginnen zu erstarken, ohne dass er jedoch schon in der Lage ist, diese Kräfte von der Ich-Organisation her zu lenken. Der physische Reifungsprozess schreitet voran. Der Schüler lebt sich in sein Knochensystem hinein. Er wird mehr und mehr von der Schwere seines Skeletts bestimmt. Seine Bewegungen werden schlaksig und ungelenk. Die Gefühls- und Willenskräfte verstärken sich. Leidenschaftliche Zustimmung oder Ablehnung beherrschen seine Reaktionen. Lang geübte Ordnungsprinzipien scheinen abrupt verloren zu gehen. Es entsteht eine Sehnsucht, die Welt kausal verstehen zu lernen.
Diese neu erwachten Denkkräfte sollen Schritt für Schritt geschult und der Schüler soll zu einem selbständigen Urteilsvermögen geführt werden.
Das bisher in der Unterstufe berechtigte Autoritätsprinzip soll in gesunder Weise zurückzutreten beginnen. In dieser Zeit ist es für die Entwicklung eines lebendigen Denkens besonders wichtig, in die aufkommende Willenskraft die Fantasie fortwährend hineinzubringen.
Es ist keineswegs ein "Muss" für einen Klassenlehrer, die Klasse 8 Jahre zu begleiten, vor allem wenn seine Schwerpunkte sowie Fähigkeiten in der Unterstufe optimal eingesetzt werden können. Für die Herausforderungen pubertierender Jugendlicher braucht es noch andere pädagogische Qualitäten. 
In Innsbruck haben wir seit nunmehr zehn Jahren die Klassenlehrerzeit mit der 6. Klasse beendet.
Viele Gründe waren dafür aussschlaggebend. Für die obere Mittelstufe (KL.7/8) sollte ein Tutor (Klassenbetreuer) zumindest Klassenlehrerqualitäten besitzen, um möglichst viele Epochen in seiner Klasse abzudecken und somit über das ganze Jahr präsent sein zu können. 

Der Start in die 7.Klasse erfolgte bisher mit dem Projekt "Schule außerhalb des Schulgebäudes" in 
Obernberg. Eine Woche gestalten Tutor und Fachlehrer mit den Schülern einen Unterricht in verschiedenen Fächern sowie Freizeit und Erlebnispädagogik. Unter fachkundiger Führung wird auch für die Verpflegung gesorgt, indem immer eine Gruppe von Schülern für das Kochen verantwortlich ist.
Weitere pädagogische Schwerpunkte für die 7. Klasse (neben den durchlaufenden Fächern) sind noch das Ökoprojekt (bisher Naturbeobachtung Seewinkel im Burgenland) und die Segelwoche.

Für die 8. Klasse sind das Klassenspiel als Gemeinschaftsprojekt vorgesehen sowie die Jahresarbeiten, welche bereits im Vorjahr thematisiert wurden. Vom Schüler soll ein Thema in Absprache mit den Lehrern möglichst selbständig erarbeitet werden und aus einem theoretischen sowie praktischen Teil bestehen. Das Ergebnis wird dann im Laufe des zweiten Halbjahres vor Schülern und Eltern präsentiert. Eine einwöchige Kanufahrt rundet das Schuljahr ab.

Die Schüler der neunten Klasse beenden die Schulpflicht. Das Oberstufenkollegium hat dies im letzten Jahr zum Anlass genommen, die Schüler zu einer bewussten Entscheidung für den weiteren Besuch der Oberstufe aufzurufen (Oberstufenreife). Es werden deshalb mit jedem Schüler und dessen Eltern ein Gespräch in diesem Sinne geführt. Eine zusammengefasste Vereinbarung wird dann auch von jedem Schüler unterschrieben.Weiters stehen noch eine Kunstreise nach Florenz und das vielfach bewährte vierwöchige Landwirtschaftspraktikum auf dem Programm.